Labore verfügen
zurzeit über verschiedene
Messverfahren, um den so genannten totalen
PSA-Wert (tPSA) zu bestimmen. Er setzt sich
zusammen aus einem freien PSA (fPSA) und
einem gebundenen (komplexierten) PSA (cPSA). Oder anders ausgedrückt:
fPSA und cPSA addiert ergeben das Gesamt-PSA (tPSA). 
Untersuchungen haben herausgefunden, dass
im Blut von Tumorpatienten besonders der komplexgebundene PSA-Wert
(cPSA) erhöht ist. Das heißt, je höher insbesondere
die cPSA-Konzentration, umso wahrscheinlicher ist ein Karzinom.
Mit Hilfe einer Methode von Bayer HealthCare kann dieser cPSA-Wert
heute ermittelt werden. Erste Erfahrungen zeigen: Die cPSA-Messung
liefert mit höherer Zuverlässigkeit als das tPSA ein
positives
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Ergebnis, wenn wirklich
eine Tumorerkrankung vorliegt. Ganz wichtig: cPSA findet bestimmte
Patientengruppen als „erhöht“, die mit tPSA als
„unauffällig“ eingeordnet worden wären.
Gerade für diese Patienten ist jedoch die Wahrscheinlichkeit
recht hoch, an einem Karzinom erkrankt zu sein.
Ein weiterer Vorteil: cPSA reagiert kaum auf äußere
Einflüsse wie die Tastuntersuchung, Radfahren oder Geschlechtsverkehr.
Diese Reize können den freien und damit auch den totalen
PSA-Wert anheben und so falsch-positive Ergebnisse erzeugen. Den
cPSA-Wert beeinflussen sie dagegen nicht oder kaum. Darüber
hinaus ist das cPSA bei Lagerung und Transport der Blutprobe sehr
robust, besonders im Vergleich zum recht anfälligen fPSA.
Die Instabilität des fPSA kann das
tPSA und insbesondere den fPSA-Quotienten
verfälschen. Zurzeit gibt es in allen Laboren nur einen Anbieter
für den cPSA-Wert. Die tPSA-Werte dagegen können von
vielen verschiedenen Herstellern stammen und sind
deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.
Bei der Früherkennung kann der cPSA-Bluttest
daher besonders wertvolle Dienste leisten. Denn die Art der PSA-Bestimmung
ist wichtig, um die richtige Verdachts-Diagnose zu stellen und
eine überflüssige Beunruhigung des Patienten zu vermeiden.
Patienten sollten also darauf achten, welcher PSA-Wert gemessen
wird. Medikamente,
die zur Verkleinerung gutartiger Prostatavergrößerungen
eingesetzt werden, z. B. Proscar®, können sowohl tPSA
als auch cPSA und fPSA um bis zu 50 Prozent reduzieren.
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Wie
oft wird das PSA
gemessen?
Selbst wenn keine Anzeichen einer Prostataerkrankung
erkennen sind: Jeder Mann ab 45 Jahren sollte seinen
PSA-Wert bzw. cPSA-Wert regelmäßig messen lassen und
dokumentieren.
Liegt ein PSA-Wert nicht sehr deutlich über der Norm, z.
B. über 20 ng/ml, sagt eine einzelne Messung wenig aus. Bei
mäßigen PSA-Erhöhungen geht es vielmehr darum
zu beobachten, wie sich der Gehalt im Blut über einen längeren
Zeitraum entwickelt. Drei Messungen im Abstand von ein bis drei
Monaten sollten bei diesem Vorgehen in der Regel als Grundlage
für eine Bewertung
dienen. Dabei können zusätzliche PSA-Parameter herangezogen
werden, um die Wahrscheinlichkeit eines Prostatakarzinoms zu beurteilen.
Dazu gehört das Verhältnis
von komplexiertem PSA (cPSA) bzw. freiem PSA (fPSA) zum Gesamt-PSA
(tPSA), der so
genannte PSA-Quotient und auch die PSA-Verdopplungszeit (PSAVZ).
Ist nach der zweiten Messung ein rascher Anstieg erkennbar, sollten
sich die Kontrollabstände
verkürzen. Auch die Messung der sogenannten PSA-Dichte (PSA
im Blut geteilt durch das Volumen der Prostata) kann als weiterer
Parameter herangezogen werden.
Vorteile des cPSA
• genauer
• robuster im Messverfahren
• geringere externe Einflüsse
• kaum Reaktionen auf Lagerung oder Transportder Blutprobe
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Glossar
cPSA
Komplexiertes,
gebundenes PSA;
besonders bei
Prostatakarzinomen
erhöht im Blut
fPSA
Freies („gutartiges“)
PSA
tPSA
Totales oder Gesamt-
PSA; Summe aus
fPSA und cPSA
PSA-Dichte
Division des cPSA
bzw. tPSA-Wertes
durch das Prostata-
Volumen
PSA-Quotient
Bestimmung der
relativen Anteile von
cPSA bzw. fPSA:
cPSA/tPSA bzw.
fPSA/tPSA
PSA-Verdopplungszeit
(PSAVZ)
Gibt an, wie schnell
sich PSA-Werte im
Blut verändern |